1. Juni 2008
Partizipatives Schenken
Ich sitze grade mal wieder im Zug und habe kurz zuvor noch mit Travolta telefoniert, der mich mit wenigen Sätzen quasi genötigt hat, zu drei Themen zu bloggen, die so weit auseinander liegen, dass jedes eines eigenen Beitrags bedarf. Ok, ich räume ein, dass ich in der Vergangenheit das eine oder andere Sammelsurium in einem einzigen Text zusammengefasst habe -”Fakten, entspannt vorgetragen” ist ein Paradebeispiel, das allerdings aus einer emotionalen Ausnahmesituation heraus entsprungen war- und dabei wild durch die Themen hüpfe; im aktuellen Fall erscheint mir das aber allein schon deshalb nicht sinnvoll, weil zu allen drei Themen bereits separate Vorgeschichten bestehen: zur Kleidungsfrage, zur Pfarrer-/Fußball- Problematik (Hä?), und auch zur Geschenkoptimierungsstrategie, auf deren neuesten Aspekt ich nachfolgend kurz eingehen möchte.
Hase und Travolta haben, einmal mehr, das Internet entdeckt. Sie sind zu dem Schluss gekommen, es sei sinnvoll, ihre Wünsche in ihre Website zu integrieren. Und den Gästen die Möglichkeit zu eröffnen, beispielsweise “eine viertel Kaffeemaschine” zu schenken. Vielleicht entwickelt sich ja ein reger Austausch innerhalb der HuT-Schenk-Community, möglicherweise werden gar gemeinsame Einkaufoptimierungsstrategien entwickelt.
Partizipatives Schenken quasi. Web 2.0 und so. Ich freu mich drauf. Einerseits.
Andererseits bin ich mir nicht ganz sicher, ob sie wissen, was sie tun. Meinen Hinweis, dass es am Markt bereits etablierte Anbieter gebe, die diesen Service für sie übernehmen könnten, wollte Travolta zwar prüfen; sehr ernst meinte er das allerdings nicht und schien vielmehr entschlossen, sich selbst darum kümmern zu wollen. Von Medienbrüchen hat
er nichts gesagt. Also bin ich mal gespannt, wie er das partizipative Schenken organisiert, ohne selbst händisch einzugreifen - er kann schließlich nicht seine eigene Geschenkdatenbank aktuell halten und zwischen teilwilligen Schenkern vermitteln. Ach so, das ist dann die Aufgabe der “Ansprechpartner”? D.h. die potenziellen Schenker müssen auf jeden Fall mit letzteren Kontakt aufnehmen? Wo ist dann der Vorteil gegenüber dem bisherigen Szenario mit bei den Ansprechpartnern hinterlegten Listen?
Oder können die Schenker, um Doppelungen zu vermeiden, dank ausgeklügelter Technik die Liste der verfügbaren Geschenke verändern, wenn sie ein (halbes?) Element davon gekauft haben? Müsste machbar sein. Die Sache mit den Zugriffsberechtigungen sollte auch kein Hexenwerk sein. Vielleicht braucht man auch keine, im Zeitalter der Wikis
funktioniert schließlich die inhaltliche Kontrolle durch die ernsthaften User.
Alles halb so wild also. Ich bin einfach nur ein Fortschrittsbremser, der mit dem neumodischen Zeug nichts anfangen kann. Muss die Schere im Kopf loswerden.
Ok: ich freu mich drauf und erkläre meine Bedenken für haltlos.
m